12 March 2026, 10:01

OHB drängt mit Airbus und Rheinmetall in Milliarden-Militärsatellitenprojekt vor

Eine Liniengrafik, die die erhöhte Ausgabe von BAAs über verschiedene Branchengruppen zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datendetails bereitstellt.

OHB drängt mit Airbus und Rheinmetall in Milliarden-Militärsatellitenprojekt vor

Deutscher Luft- und Raumfahrtkonzern OHB baut Rolle in militärischer Satellitenkommunikation aus

In den vergangenen fünf Jahren hat der deutsche Luft- und Raumfahrtkonzern OHB seine Position im Bereich der militärischen Satellitenkommunikation deutlich gestärkt. Trotz des Wachstums liegt das Unternehmen jedoch weiterhin weit hinter US-amerikanischen und europäischen Rüstungsgiganten wie Lockheed Martin, Northrop Grumman und Thales zurück, wenn es um Verteidigungsaufträge geht. Nun bewirbt sich OHB gemeinsam mit Airbus und Rheinmetall um ein großes deutsches Militärprogramm.

OHB hat sein Geschäft mit Militärsatelliten über EU- und NATO-Projekte ausgebaut, darunter die Satellitenprogramme IRIS² und 5G-NTNs. Dennoch wirken die jährlichen Verteidigungsumsätze von rund 200 Millionen Euro bescheiden im Vergleich zu den über 10 Milliarden US-Dollar, die US-Konkurrenten erwirtschaften. Die allgemeine finanzielle Entwicklung des Unternehmens zeigt jedoch Fortschritte: In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 stieg der Umsatz auf 863,5 Millionen Euro, während das EBITDA von 62,4 Millionen Euro auf 75,5 Millionen Euro kletterte.

Die Neuaufträge im Jahr 2025 legten um 24 Prozent auf etwa 2,1 Milliarden Euro zu, wodurch sich der Auftragsbestand des Unternehmens um 47 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro erhöhte. Zudem sicherte sich OHB einen 81,2-Millionen-Euro-Auftrag der ESA für die RAMSES-Mission zur Asteroidenabwehr. Um sich auf die Großserienproduktion vorzubereiten, übernahm das Unternehmen im Oktober vergangenen Jahres ein Werk in Schöneck (Sachsen).

Aktuell bewirbt sich OHB im Konsortium um das SATCOMBw-Stufe-4-Programm, ein rund 10 Milliarden Euro schweres deutsches Militärsatellitenprojekt. Falls erfolgreich, würde das Bündnis – mit OHB als verantwortlichem Satellitenhersteller, Airbus als Technologielieferant und Rheinmetall für die Systemintegration – bis 2029 zwischen 100 und 200 Satelliten in erdnahen Umlaufbahnen stationieren. Ziel ist der Aufbau eines souveränen Kommunikationsnetzwerks, das unabhängig von US-Infrastruktur funktioniert.

Die OHB-Tochter MT Aerospace liefert bereits Komponenten für die Ariane-6-Rakete und hält einen 10-Prozent-Anteil am Programm. Die geprüften Jahreszahlen 2025, deren Veröffentlichung für den 19. März geplant ist, werden Aufschluss über die Liquidität und die Fähigkeit des Unternehmens geben, Großprojekte wie SATCOMBw zu finanzieren. Bis 2028 peilt OHB einen Umsatz von über 2 Milliarden Euro sowie durchschnittliche Jahresaufträge in Höhe von etwa 3 Milliarden Euro an.

Mit seinem jüngsten finanziellen Wachstum und strategischen Schritten positioniert sich OHB für größere Rüstungsaufträge. Ein Erfolg bei der SATCOMBw-Ausschreibung würde einen wichtigen Schritt in Deutschlands Bestrebungen nach autonomen militärischen Satellitenkapazitäten bedeuten. Der anstehende Finanzbericht wird weitere Einblicke geben, inwieweit das Unternehmen solche ehrgeizigen Vorhaben stemmen kann.

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