NGG warnt: Soziale Spaltung in Deutschland droht Gesellschaft zu zerreißen
Amelie KrausNGG warnt: Soziale Spaltung in Deutschland droht Gesellschaft zu zerreißen
Gewerkschaft NGG warnt vor wachsender sozialer Spaltung in Deutschland
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Leipzig-Halle-Dessau hat scharfe Kritik an der zunehmenden sozialen Ungleichheit in Deutschland geübt. Nach Ansicht der Gewerkschaft treiben die aktuellen Regierungspolitik arbeitsende Menschen in die Enge, während Wohlhabende begünstigt werden – mit dem Risiko, die gesellschaftlichen Gräben weiter zu vertiefen.
Besonders deutlich zeigt sich die Kluft in Halle (Saale): Hier stehen gerade einmal 42 Einkommensmillionäre rund 102.300 Beschäftigten in Handel, Industrie und Dienstleistung gegenüber. Die NGG warnt, diese Schieflage "zerreißt das gesellschaftliche Gefüge" und lässt hart arbeitende Menschen zurück. Wenn sich Beschäftigte im Stich gelassen fühlten, stärke dies rechtsextreme Strömungen und schwäche die Demokratie, so die Gewerkschaft.
Die NGG fordert dringende Reformen in den Bereichen Steuern, Renten und Gesundheit. Zu ihren Vorschlägen gehören die Abschaffung der Zusammenveranlagung für Ehepaare, eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes sowie eine gerechtere Umverteilung von Vermögen. Gewerkschaftschef Christian Ullmann kritisierte die ungleiche Belastung: Ein durchschnittliches Paar zahle rund 43 Prozent seines Einkommens an Steuern und Sozialabgaben, während Kapitalerträge oft nur mit 25 Prozent besteuert würden.
Die Gewerkschaft betont, dass Vermögen im Vergleich zu Arbeitseinkommen deutlich niedriger besteuert werde. Ohne einen radikalen Kurswechsel in der Politik werde sich die Scheere zwischen Arm und Reich weiter öffnen, warnt die NGG.
Der Aufruf zu Reformen kommt zu einer Zeit, in der die Verärgerung über ein System wächst, das nach Ansicht der Gewerkschaft "arbeitende Menschen ausnimmt", während Spitzenverdiener geschont werden. Die Vorschläge zielen darauf ab, die Wirtschaft neu auszubalancieren und eine weitere gesellschaftliche Spaltung zu verhindern. Nun steht die Politik unter Druck, diese Forderungen aufzugreifen, bevor sich die Gräben weiter vertiefen.






