Neuer Biogas-Chef will Branche mit radikaler Energiewende revolutionieren
Amelie KrausNeuer Biogas-Chef will Branche mit radikaler Energiewende revolutionieren
Thomas Karle hat den Vorsitz des Fachverbandes Biogas übernommen. Er steht vor großen Herausforderungen, denn die Branche bereitet sich auf tiefgreifende Veränderungen vor. Seine oberste Priorität ist die Neuausrichtung der Biogasanlagen innerhalb des deutschen Energiesystems.
Karle will die Anlagen von ihrer bisherigen Rolle als Grundlastversorger lösen und stattdessen zu flexiblen Speicherkraftwerken umbauen. Dieser Wandel soll Schwankungen bei Wind- und Solarenergie ausgleichen und gemeinsam mit diesen Quellen ein "Erneuerbaren-Dreieck" bilden.
Ein weiteres Hindernis ist das anstehende Biomasse-Paket der Branche. Während sein Vorgänger Horst Seide sich vor allem auf Ausschreibungen konzentrierte, will Karle den Sektor durch diese Umbrüche führen. Seine größte Aufgabe sieht er darin, veraltete Betriebsmodelle wie starre Viertelstunden-Takte abzulegen.
Seine Vision umfasst auch die Umwandlung von Biogas in wertvolles Biomethan, das in der Industrie, als Kraftstoff oder zur Wärmegewinnung genutzt werden könnte. Doch dafür sind nicht nur technische Aufrüstungen nötig – Betreiber müssen ihre Denkweise ändern, und Landwirtschaftsbetriebe brauchen strukturelle Anpassungen.
Karles Pläne markieren einen klaren Bruch mit den letzten 20 Jahren der Biogasproduktion. Die Veränderungen würden die Rolle des Sektors in der deutschen Energiewende neu definieren. Der Erfolg hängt dabei sowohl von politischer Unterstützung als auch von der Anpassungsbereitschaft der Betreiber ab.






