Mönchengladbach baut 188 Prozent mehr Wohnungen – trotz Krise im Land
Amelie KrausMönchengladbach baut 188 Prozent mehr Wohnungen – trotz Krise im Land
Mönchengladbach verzeichnet einen deutlichen Anstieg beim Wohnungsbau und übertrifft damit den Rest von Nordrhein-Westfalen bei Weitem. Während das Bundesland die niedrigste Zahl an Neubauten seit 14 Jahren meldete, vollendete die Stadt 2025 ganze 188 Prozent mehr Wohneinheiten als im Vorjahr. Steigende Kosten und höhere Kreditzinsen erschweren den Bau in der gesamten Region – doch Mönchengladbach erweitert weiterhin seinen Wohnungsbestand.
Der Bauboom der Stadt folgt auf eine Initiative aus dem Jahr 2023, die dem städtischen Wohnungsunternehmen 43 Millionen Euro zur Verfügung stellte. Diese finanzielle Aufstockung ermöglichte es Mönchengladbach, 2025 insgesamt 758 Wohnungen zu errichten – eine Zahl, die deutlich über dem rückläufigen Landesdurchschnitt liegt. Nordrhein-Westfalen als Ganzes fertigte lediglich 37.185 Wohnungen, ein Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber 2024 und der niedrigste Stand seit 2011.
Auch die Baugenehmigungen im Land sind seit 2020 um 27,4 Prozent zurückgegangen, was die allgemeinen Herausforderungen widerspiegelt. Die Zinsen für Baukredite, einst nahe null, liegen nun zwischen drei und vier Prozent und treiben die Finanzierungskosten in die Höhe. Trotz dieser Hindernisse hält Mönchengladbach den Schwung aufrecht: 2024 nutzte die Stadt 274 Prozent ihres Budgets für den sozialen Wohnungsbau – im Vergleich zu nur fünf Prozent im Jahr 2021.
Die Bauquote der Stadt beträgt derzeit 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner und ist damit die dritthöchste unter den kreisfreien Städten des Bundeslandes. Allein 2025 bewilligten die Verantwortlichen Fördermittel in Höhe von 43,2 Millionen Euro für 218 neue Wohneinheiten, fast so viel wie im Rekordjahr zuvor. Gleichzeitig stieg der Preisindex für Wohngebäude Anfang 2025 um 3,2 Prozent, was die Situation für Bauträger zusätzlich belastet.
Mönchengladbachs Wohnungsbauoffensive hebt sich in einem schwierigen Marktumfeld ab. Mit einer Bauquote, die 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegt, expandiert die Stadt trotz steigender Kosten und strengerer Finanzierungsbedingungen weiter. Die Initiative von 2023 und die erhöhten Fördergelder haben eine entscheidende Rolle dabei gespielt, die Entwicklung auf Kurs zu halten.






