Mietpreise explodieren: Wie Vermieter mit Tricks die Bremse umgehen
Deutschlands Mietmarkt verändert sich rasant – Vermieter setzen auf neue Strategien, um die Preise zu treiben
Fast jede dritte Wohnungsanzeige betrifft mittlerweile eine möblierte Wohnung, während indexgebundene Mietverträge für viele private Wohnungsunternehmen zum Standard geworden sind. Diese Entwicklungen treiben die Mieten in die Höhe – selbst in Städten mit strengen Mietpreisbremse-Regelungen.
Jahre lang unterstützten Mieterverbände indexgebundene Verträge, weil sie klare Regeln und weniger Streitigkeiten versprachen. Doch nun helfen genau diese Verträge Vermietern, die Mietobergrenzen zu umgehen. Steigt die Inflation über drei Prozent, erlaubt die neue staatliche Formel nur noch geringe Beschränkungen bei Mieterhöhungen – für Mieter bedeutet das drastische Steigerungen, besonders in modernisierten Wohnungen.
Große Akteure wie Heimstaden sind fast vollständig auf indexgebundene Verträge umgestiegen. Gleichzeitig boomen möblierte Wohnungen, wobei Vermieter hohe Aufschläge für einfache Möblierung verlangen. Ein Entwurf des Mietrechtsreformgesetzes sah ursprünglich eine Deckelung dieser Zusatzkosten bei fünf Prozent vor – doch die endgültige Fassung verdoppelte den Spielraum auf zehn Prozent.
Die Regierung will zwar für mehr Transparenz sorgen: Künftig müssen Vermieter Möbelzuschläge begründen und offenlegen. Auch für Kurzzeitvermietungen sollen strengere Regeln kommen. Doch umfassendere Mietpreisbremse bleiben unter der aktuellen Regierung unwahrscheinlich.
Die Folgen: Mieter müssen weiter mit steigenden Kosten rechnen – wenn auch mit etwas mehr Kontrolle. Vermieter können weiterhin mit möblierten Wohnungen und indexgebundenen Verträgen ihre Gewinne maximieren. Ohne schärfere Regulierung wird die finanzielle Belastung für Mieterhaushalte – und die öffentlichen Haushalte – weiter zunehmen.






