16 March 2026, 18:02

Leipzigs Kampf gegen höhere Personalausweis-Kosten eskaliert gegen Bundesdruckerei

Ein altes Dokument mit Handschrift, das ein deutsches Regierungszertifikat mit Text und einem Logo oben zeigt.

Leipzig streitet mit Bundesregierung über erhöhte Kosten für Personalausweise - Leipzigs Kampf gegen höhere Personalausweis-Kosten eskaliert gegen Bundesdruckerei

Leipzig streitet mit Bundesdruckerei über steigende Kosten für Personalausweise

Die Stadt Leipzig liegt im Clinch mit der staatlichen Bundesdruckerei wegen der stark gestiegenen Preise für Personalausweise. Oberbürgermeister Burkhard Jung (parteilos) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Gebühren zu überarbeiten, die Kommunen an Bürger weitergeben dürfen. Die aktuellen Regelungen belasteten die Haushalte der Städte und Gemeinden übermäßig, so Jung. Der Streit eskalierte, nachdem die Bundesdruckerei im März 2024 eine Preiserhöhung durchsetzte, die Leipzig nicht in vollem Umfang tragen will.

Die Bundesdruckerei hatte die Gebühren für Personalausweise zu Jahresbeginn angehoben – begründet mit höheren Produktionskosten, verschärften Sicherheitsvorgaben und gestiegenen Verwaltungskosten. Die letzte Anpassung hatte 2021 stattgefunden, doch die aktuelle Erhöhung berücksichtigt zudem die Inflation sowie aktualisierte technische Standards für moderne Ausweisdokumente.

Nach dem derzeitigen System berechnet die Bundesdruckerei den Kommunen für jeden ausgestellten Personalausweis von Antragstellern unter 24 Jahren 29,61 Euro. Die Städte und Gemeinden dürfen davon jedoch nur 27,60 Euro an die Bürger weitergeben – pro Dokument bleibt somit ein Defizit von 2,01 Euro. Leipzig weigert sich, die Differenz auszugleichen, und überweist weiterhin nur den alten Satz von 27,23 Euro.

Das Bundesinnenministerium verteidigt die Gebührenstruktur und verweist auf ein gestaffeltes Kostenmodell: Jüngere Antragsteller zahlen weniger, ältere mehr, um die Gesamtkosten auszugleichen. Unterdessen unterstützt der Deutsche Städtetag Leipzigs Position und besteht darauf, dass Kommunen zusätzliche Belastungen durch bundesweite Preiserhöhungen nicht selbst tragen sollten.

Der Konflikt hat zudem die Debatte neu entfacht, ob das Pass- und Ausweiswesen künftig zentraler gesteuert werden sollte. Der Städtetag stellt infrage, ob Kommunen weiterhin die finanziellen Risiken tragen sollten, die mit bundesweiten Gebührenanpassungen einhergehen.

Leipzigs Weigerung, die erhöhten Sätze zu zahlen, setzt die Bundesregierung unter Zugzwang, die kommunalen Gebührenregelungen zu überprüfen. Bleibt alles beim Alten, drohen den Städten und Gemeinden bei jedem ausgestellten Personalausweis weitere Verluste. Die Entscheidung könnte langfristig prägen, wie die Kosten für Ausweisdokumente in ganz Deutschland geregelt werden.

Quelle