16 March 2026, 10:01

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht?

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Domarchitekt kritisiert geplantes Eintrittsgeld für Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht?

Kölner Dom könnte bald Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die Verantwortlichen planen, die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einzuführen, doch die genaue Höhe steht noch nicht fest. Der Schritt hat bereits unter Fachleuten und in der Öffentlichkeit für Diskussionen gesorgt.

Der Dom, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, zieht jährlich rund sechs Millionen Besucher an. Er zählt zu den bekanntesten katholischen Kirchen weltweit und ist tief mit der Identität der Stadt verbunden. Doch steigende Kosten und sinkende Kirchensteuereinnahmen zwingen die Verantwortlichen, nach neuen Finanzierungsquellen zu suchen.

Die ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat sich gegen die geplante Gebühr ausgesprochen. Sie bezeichnete das Bauwerk als "unseren Dom" und betonte seine Bedeutung für Einheimische und Pilger gleichermaßen. Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Mittel nötig seien, warnte jedoch, dass Eintrittsgelder Besucher abschrecken und den Charakter des Doms als offenen, einladenden Ort verändern könnten.

Die öffentliche Meinung zu Eintrittsgeldern für historische Sakralbauten hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Eine Forsa-Umfrage von 2025 ergab, dass mittlerweile 62 Prozent der Deutschen solche Gebühren befürworten – angetrieben durch explodierende Sanierungskosten. Ähnliche Debatten gab es bereits an der Aachener Pfalzkapelle, was auf einen allgemeinen Trend im Denkmalschutz hindeutet.

Die endgültige Entscheidung über die Gebühr soll noch in diesem Jahr fallen. Falls sie genehmigt wird, wäre dies ein einschneidender Wandel für das 800 Jahre alte Wahrzeichen. Die Verantwortlichen müssen nun abwägen zwischen finanziellen Notwendigkeiten und dem Erhalt des Doms als frei zugänglicher Ort der Andacht und des kulturellen Erbes.

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