09 June 2026, 12:00

Klingbeils Rentenreform: Mehr Pflichtvorsorge, aber kein Renteneintritt mit 70

Klingbeil für verpflichtende betriebliche Altersvorsorge

Klingbeils Rentenreform: Mehr Pflichtvorsorge, aber kein Renteneintritt mit 70

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat Pläne zur Stärkung des deutschen Rentensystems vorgestellt. Seine Vorschläge umfassen eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge sowie die Erweiterung des Kreises der Beitragszahler. Die Reformen zielen darauf ab, die finanzielle Stabilität zu sichern, ohne das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre anzuheben.

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Klingbeil betonte, dass die gesetzliche Rente weiterhin das Fundament der Altersvorsorge bleiben müsse. Zudem schlug er die Frühstart-Rente vor – einen staatlichen Zuschuss von 10 Euro monatlich, der in private Altersvorsorgekonten für Kinder und Jugendliche fließen soll. Um die private Vorsorge weiter zu fördern, forderte er Anreize, damit Bürger mehr in ihre Rente investieren.

Den Vorschlag, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen, wies der Minister zurück und bezeichnete dies als Sparpolitik statt als Reform. Stattdessen will er die Beitragsbasis der Rentenversicherung ausweiten, indem auch Selbstständige einbezogen werden. Wirtschaftswachstum wird eine zentrale Rolle in den anstehenden Koalitionsausschuss-Beratungen vor dem Sommer spielen, wobei die Arbeitsmarktperspektiven Priorität haben.

Ernesto Harder, Bezirksleiter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), kritisierte die Debatte um eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Er verwies darauf, dass die Lebenserwartung in Deutschland seit 15 Jahren nicht gestiegen sei. Harder wies zudem auf die körperlichen Belastungen in vielen Berufen hin, die längere Erwerbsbiografien für viele Beschäftigte unrealistisch machten.

Die Rentereform der Regierung setzt auf verpflichtende betriebliche Altersvorsorge und eine breitere Beitragsbasis. Klingbeils Ansatz verzichtet auf eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, stützt sich aber auf Wirtschaftswachstum und eine ausgeweitete Beteiligung. Der Koalitionsausschuss soll noch vor der Sommerpause arbeitsmarktpolitische Maßnahmen finalisieren.

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