Juniorwahlen in Mainz: Jugendliche wählen anders als die echte U18-Wählerschaft
Amelie LangJuniorwahlen in Mainz: Jugendliche wählen anders als die echte U18-Wählerschaft
Schüler unter 18 Jahren in Mainz nahmen im Vorfeld der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz an Juniorwahlen teil. Die simulierten Abstimmungen zeigten deutliche Unterschiede in den politischen Präferenzen der Jugendlichen im Vergleich zur Gesamtwählerschaft. Während die rechtspopulistische AfD bei den echten Wählern unter 25 Jahren führend war, verteilten sich die Stimmen in den Schulen auf etablierte Parteien.
An der Bretzenheim-Gesamtschule ging die SPD mit 25 Prozent der Stimmen als Siegerin hervor. An den benachbarten Bischöflichen Willigis-Schulen setzte sich die CDU klar mit 30,8 Prozent durch. Unterdessen sprachen sich die Schüler des Otto-Schott-Gymnasiums mit großer Mehrheit für die Grünen aus, die dort 31,7 Prozent der Stimmen erhielten.
Am Frauenlob-Gymnasium gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Sowohl SPD als auch Grüne erreichten jeweils 26,1 Prozent. Am Gutenberg-Gymnasium bestätigte sich der Trend der Bretzenheim-Gesamtschule – hier führte die SPD mit 29,1 Prozent. Die Linke erzielte ihr bestes Ergebnis an der Auguste-Cornelius-Hechtsheim-Gesamtschule, wo sie 28,9 Prozent der Stimmen gewann.
Demgegenüber zeigten die offiziellen Wahldaten des Landes, dass die AfD bei den echten Wählern unter 25 Jahren mit 21 Prozent vorne lag. Die SPD folgte mit 20 Prozent, die Linke erreichte 16 Prozent. Die CDU, die in einigen Schulwahlen stark abschnitt, kam in der tatsächlichen Jugendwahl nur auf 15 Prozent.
Die Juniorwahlen machten deutlich, wie unterschiedlich die politischen Vorlieben junger Wähler an verschiedenen Schulen ausfallen. Während die AfD bei den echten Wählern unter 25 Jahren an der Spitze stand, deuteten die schulbezogenen Ergebnisse auf eine stärkere Unterstützung für SPD, Grüne und Linke hin. Die Ergebnisse lassen auf verschobene politische Tendenzen in den jüngeren Generationen Rheinland-Pfalz' schließen.






