31 May 2026, 12:00

Informationsfreiheitsgesetz in Gefahr: Wie Politik und Bürokratie Transparenz blockieren

Kolumnist verliebt sich

Informationsfreiheitsgesetz in Gefahr: Wie Politik und Bürokratie Transparenz blockieren

Deutschlands Informationsfreiheitsgesetz (IFG) steht vor wachsenden Herausforderungen. Das Gesetz, das es jedem Bürger ermöglicht, behördliche Dokumente anzufordern, hat in den vergangenen Jahren bedeutende Skandale aufgedeckt. Doch nun gefährden politischer Druck und bürokratischer Widerstand seine Zukunft.

Das IFG hat bereits mehrere brisante Fälle ans Licht gebracht. Durch das Gesetz beschaffte E-Mails belegten, dass es Absprachen zwischen einem Sprecher der Behörde von Wolfram Weimer und dessen privatem Unternehmen gab – selbst nachdem er behauptet hatte, sich aus dem Geschäft zurückgezogen zu haben. Noch im November erhielt Weimer weiterhin Firmen-E-Mails, was seinen früheren Aussagen widersprach.

Eine weitere Untersuchung förderte zutage, dass eine NGO mit Verbindungen zum früheren CDU-Vorsitzenden Armin Laschet Millionen an öffentlichen Geldern mit geringer Transparenz erhalten hatte. Zudem half das Gesetz der Transparenzinitiative FragDenStaat regelmäßig, versteckte Regierungsaktivitäten aufzudecken.

Doch der Zugang zu Dokumenten gestaltet sich oft schwierig. Behörden lehnen Anfragen häufig ab und zwingen Bürger dazu, Anwälte für die Durchsetzung ihrer Rechte zu beauftragen – eine Hürde, die dem IFG einen elitären Anstrich verleiht. Zwar stoppte die SPD kürzlich einen Vorstoß zur Abschaffung des Gesetzes, doch sein langfristiger Schutz bleibt ungewiss. Der CDU-Politiker Philipp Amthor versuchte sogar, das IFG abzuschaffen, nachdem es seine eigenen Lobbyverbindungen offenlegte.

Nun erleichtert die Berliner Regierung die Ablehnung von Anfragen, während auf Bundesebene über eine vollständige Streichung des Gesetzes nachgedacht wird. Das Überleben des IFG hängt von politischem Willen und öffentlicher Unterstützung ab. Ohne sie könnten künftige Ermittlungen zu Staatsausgaben, Lobbyismus und Interessenkonflikten deutlich erschwert werden. Vorerst bleibt das Gesetz in Kraft – doch seine Wirksamkeit steht auf dem Spiel.

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