09 June 2026, 00:00

Industrie in Deutschland bricht stärker ein als befürchtet – 3,8 Prozent Rückgang im April

Deutschlands Industrieaufträge brechen doppelt so stark ein wie erwartet

Industrie in Deutschland bricht stärker ein als befürchtet – 3,8 Prozent Rückgang im April

Deutschlands Industrie erlebt einen stärkeren Einbruch als befürchtet: Bestellungen gingen im April um 3,8 Prozent zurück

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Der Rückgang übertrifft die Prognosen von Ökonomen und vertieft die Sorgen über die anhaltende wirtschaftliche Stagnation des Landes. Branchenführer warnen mittlerweile vor einer Krise, die sowohl den Einbruch nach der Finanzkrise 2008 als auch den pandemiebedingten Abschwung übertreffen könnte.

Besonders hart traf es zentrale Sektoren: Die Automobilhersteller verzeichneten einen Rückgang der Neuaufträge um 5,3 Prozent, während die Maschinenbauer einen Einbruch von 7,4 Prozent hinnehmen mussten. Selbst ohne Großaufträge schrumpfte die Gesamtnachfrage um 3,8 Prozent.

Die nachlassende Nachfrage aus dem Euroraum verschärfte die Lage zusätzlich. Auch der anhaltende Iran-Konflikt belastet die Wirtschaft, treibt die Energiepreise in die Höhe und erschwert die Lieferketten. Klaus Wohlrabe, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Makroökonomie, erwartet, dass diese Belastungen aufgrund der geopolitischen Spannungen anhalten werden.

Die deutsche Wirtschaft zeigt seit 2019 kein Wachstum mehr. In diesem Zeitraum gingen 300.000 Industriearbeitsplätze verloren – aktuell verschwinden monatlich weitere 10.000 Stellen. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, bezeichnete die Stimmung in den Unternehmen als „katastrophal“. Er warnte, dass der aktuelle Abschwung die früheren Krisen noch übertreffen könnte.

Der Rückgang der Aufträge um 3,8 Prozent im April fällt damit tiefer aus als prognostiziert. Hohe Energiepreise, Lieferengpässe und die schwächelnde Nachfrage im Euroraum belasten die deutsche Industrie weiterhin. Angesichts steigender Entlassungen und ausbleibender Wachstumsaussichten steht der Sektor vor einer ungewissen Zukunft.

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