Historisches Gebäudeensemble in Halle droht zu verfallen – Stadt greift ein
Tim VoigtHistorisches Gebäudeensemble in Halle droht zu verfallen – Stadt greift ein
Historisches Gebäudeensemble in Halle (Saale) droht unwiederbringlich zu verfallen
Der Komplex an der Ecke Mansfelder Straße/Tuchrahmen ist seit Langem sich selbst überlassen, der Gehweg aus Sicherheitsgründen gesperrt. Nun unternimmt die Stadt dringende Schritte, um die Krise zu bewältigen.
Die Probleme begannen nach einem Brand, der die Bausubstanz so stark beschädigte, dass der angrenzende Gehweg gesperrt werden musste. Herabfallende Mauerteile gefährden Passanten. Der ursprüngliche Investor, die Firma Norsk, hatte geplant, die Altbauten zu sanieren und durch Neubauten – darunter eine Tiefgarage – zu ergänzen. Doch die Insolvenz des Unternehmens stoppte alle Arbeiten.
Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter ziehen sich hin und bringen die Stadt an den Rand der Geduld. René Rebenstorf, Leiter des Bauamts, räumte ein, die Lage sei „höchst kritisch“, Fortschritte gebe es nur im Schneckentempo. Unterdessen hat ein Fachunternehmen Interesse signalisiert, zumindest die bestehenden Gebäude zu retten – ohne weitere Neubebauung.
Die Stadt prüft nun rechtliche Schritte gegen den insolventen Eigentümer. Parallel werden Notmaßnahmen erwogen, um den Gehweg wieder freizugeben. Nicht nur hier bereitet der Verfall Sorgen: Auch die einstige Gaststätte Grüne Tanne in der Packhofgasse steht seit Jahren leer, die Fassade überzogen von Graffiti und wildem Bewuchs. Seit 15 Jahren führt die Stadt das Objekt auf der „roten Liste“ der gefährdeten Denkmäler.
Ziel ist es, den weiteren Verfall zu stoppen. Rechtliche Maßnahmen und Soforthilfen könnten einen Ausweg bieten. Noch besteht die Hoffnung, dass sich ein neuer Käufer findet, der das historische Ensemble vor dem endgültigen Niedergang bewahrt.






