Heino-Konzert in Bad Belzig entfacht Streit um Nationalhymne und Feuerwehrmann-Richter
Amelie KrausHeino-Konzert in Bad Belzig entfacht Streit um Nationalhymne und Feuerwehrmann-Richter
Ein kürzlich stattgefundenes Konzert in Bad Belzig hat die Debatte über die deutsche Nationalhymne und die Behandlung eines örtlichen Feuerwehrmanns neu entfacht. Richard Mänder, ein Feuerwehrmann aus der Stadt, wurde von seinen Richterpflichten bei einem Meisterschaftswettbewerb enthoben, nachdem er eine umstrittene Version der Hymne gespielt hatte. Als Reaktion darauf veranstaltete der Sänger Heino ein Solidaritätskonzert, das rund 800 Besucher anzog und die Diskussion weiter anheizte.
Der Streit begann bei den Deutschen Feuerwehrmeisterschaften, wo Mänder die erste Strophe des Lieds der Deutschen spielte – eine Strophe, die seit langem bei offiziellen Anlässen gemieden wird. Seit 1952 wird nur die dritte Strophe verwendet, basierend auf einer Vereinbarung zwischen Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer. Aufgrund der historischen Verknüpfung der ersten Strophe mit der NS-Zeit wurde Mänder von allen Richterämtern suspendiert.
Der Deutsche Feuerwehrverband verteidigte die Entscheidung und erklärte, die Sanktionen seien gerechtfertigt. Mänder wies jedoch jede rechtsextreme Gesinnung von sich und behauptete, unfair behandelt worden zu sein. Sein Fall erhielt größere Aufmerksamkeit, nachdem der Veteranensänger Heino die Entlassung kritisiert und ein Konzert in Bad Belzig organisiert hatte.
Rund 800 Menschen versammelten sich zu der Veranstaltung, tanzten zu Heinos Hits wie Karamba, Karacho, ein Whisky und Die schwarze Barbara. Als das Lied Layla – das zuvor wegen Sexismus kritisiert worden war – aufgeführt wurde, jubelte das Publikum lautstark. Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen nahmen teil, um ihre Solidarität mit Mänder zu zeigen, während der AfD-Politiker Lars Schieske das Konzert als Ausdruck von Gemeinschaftsgeist lobte.
Heinos Manager, Helmut Werner, stellte klar, dass die erste Strophe der Hymne nie offiziell verboten worden sei. Er bestätigte zudem, dass das Konzert als Zeichen der Unterstützung für Mänder gedacht war.
Das Konzert in Bad Belzig hat die anhaltenden Spannungen um nationale Symbole und Meinungsfreiheit verdeutlicht. Mänder bleibt von seinen Richteraufgaben ausgeschlossen, während der Feuerwehrverband an seiner Haltung festhält. Gleichzeitig hat die Veranstaltung sowohl lokale Solidarität als auch politische Kommentare hervorgebracht und die Debatte damit am Leben erhalten.






