17 March 2026, 22:01

Hamburg bewirbt sich mit visionärem Konzept für Olympische Spiele 2036

Olympiastadion in London umgeben von Grün, einer Straße, einem Gewässer, Gebäuden und einer bewölkten Himmel.

Hamburg plant Olympia mit grüner Schleife und erschwinglichen Eintrittskarten - Hamburg bewirbt sich mit visionärem Konzept für Olympische Spiele 2036

Hamburgs rot-grüne Koalitionsregierung hat ihren offiziellen Antrag zur Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele unter dem Motto "Eine Chance für alle" eingereicht. Der Vorschlag skizziert eine stadtweite Transformation, bei der die Wettbewerbe auf zwei große Hauptstandorte verteilt werden und ein Netzwerk aus Grünflächen die Veranstaltungsorte verbindet. Die Veranstalter versprechen bezahlbaren Zugang, darunter eine Million ermäßigte Tickets sowie kostenlosen Eintritt für Ehrenamtliche und einkommensschwache Bürger:innen.

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Der Plan hebt auch ungewöhnliche Austragungsorte hervor, etwa eine Kletterwand an der Elbe und schwimmende Plattformen auf der Binnenalster für Sportarten wie Padel-Tennis und Bogenschießen. Bei Erfolg könnte die Bewerbung wichtige Infrastrukturprojekte beschleunigen, darunter den Ausbau der U5-, S6- und U3-Linien.

Im Mittelpunkt des Antrags stehen zwei Hauptzonen: die "Olympia-Stadt Park" und der "Olympiapark Altona". Diese Knotenpunkte sollen Hamburg zu einer inklusiven Arena machen, mit Wettbewerben und öffentlichen Räumen, die barrierefrei gestaltet sind. Ein zentrales Element ist das "Grüne Olympische Band", eine Kette aus Parks und Grünkorridoren, die die Sporteinrichtungen im Volkspark mit dem Dove-Elbe-Wasserpark im Osten verbindet. Dieses Netz soll die städtische Mobilität verbessern und ein dauerhaftes ökologisches Erbe hinterlassen.

Mehrere Veranstaltungen finden auf oder in der Nähe von Wasser statt. Auf der Binnenalster sind Padel-Tennis, Stand-Up-Paddling, Bogenschießen und die Eröffnungsfeier geplant – teilweise auf schwimmenden Plattformen. Der Mountainbike-Wettbewerb wurde hingegen von den Harburger Bergen nach Wandsbek verlegt, wo das ehemalige Deponiegelände Hummelsbüttel mehr Gestaltungsfreiheit und langfristige Nutzungsmöglichkeiten bietet. Ein weiterer Höhepunkt ist eine Kletterwand am Südufer der Elbe, die wegen des spektakulären Blicks auf die Stadtsilhouette ausgewählt wurde.

Die finanziellen Prognosen veranschlagen Organisationskosten von etwa 4,8 bis 4,9 Milliarden Euro, die vollständig durch Sponsoring, Ticketverkäufe und IOC-Beiträge gedeckt werden sollen. Die Planer rechnen mit einem Überschuss von 100 Millionen Euro sowie 1,3 Milliarden Euro für Infrastrukturmaßnahmen. Kritiker halten den Haushalt jedoch für zu optimistisch und verweisen auf nicht berücksichtigte Ausgaben wie Sicherheit – in Paris 2024 beliefen sich diese auf 1,4 Milliarden Euro – sowie auf Inflationsrisiken. Vergleiche mit anderen Bewerberstädten bleiben unklar, da Hamburgs Berechnungen auf dem Pariser Modell basieren, aber detaillierte Benchmarks fehlen.

Hamburg konkurriert mit München, Berlin und Nordrhein-Westfalen um die Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044. Bevor eine Entscheidung fällt, stimmen die Bürger:innen in einem für Ende Mai geplanten Referendum über den Antrag ab.

Eine erfolgreiche Bewerbung könnte Hamburgs Verkehrsnetz grundlegend verändern: Geplant sind Erweiterungen der U5- und S6-Linien sowie eine Kapazitätssteigerung der U3 um 50 Prozent. Die Vision der Stadt betont Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und langfristige städtebauliche Vorteile. Nun liegt das Ergebnis in der Hand der Öffentlichkeit – die Abstimmung über den Antrag steht für Ende Mai an.

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