Grüne prüfen Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus
Ella HuberGrüne prüfen Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus
Öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF haben kürzlich Dokumentationen ausgestrahlt, in denen konservative Christen kritisch dargestellt werden. Gleichzeitig hat die Partei Bündnis 90/Die Grünen Schritte eingeleitet, um mögliche Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und rechtsextremen Strömungen in Deutschland zu untersuchen.
Die Grünen reichten eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung ein, in der sie nach Umfang, Struktur und Gefahrenpotenzial christlich-fundamentalistischer Gruppen mit extremistischen Bezügen fragten. Namentlich genannt werden dabei unter anderem die Organisation Alliance Defending Freedom International sowie die jährliche Veranstaltung „Marsches für das Leben“.
Die Anfrage thematisiert zudem mehrere Personen, darunter Mitglieder einer beobachteten Sekte aus Pforzheim und bekannte Vertreter der konservativen Freikirchen-Bewegung in Deutschland. Darüber hinaus interessieren sich die Grünen für mögliche Verbindungen zwischen christlich-fundamentalistischen Meinungsmachern und rechtsextremen Netzwerken wie der Alternative für Deutschland (AfD).
Einige der Genannten üben bereits Kritik an der Initiative. Leonard Jäger wirft den Grünen vor, damit konservativ-christliche Positionen moralisch delegitimieren zu wollen. Tobias Riemenschneider sieht in der Anfrage den Versuch, lang etablierte christliche Überzeugungen zu stigmatisieren und zu kriminalisieren.
Deutsche Medien berichten zunehmend über mutmaßliche christliche Fundamentalisten und deren vermutete Verbindungen zum Rechtsextremismus. Die Grünen haben zudem politische Maßnahmen vorgeschlagen, um digitale Inhalte mit Bezug zu christlich motiviertem politischem Extremismus zu löschen.
Die parlamentarische Anfrage stellt einen offiziellen Schritt dar, um das Verhältnis zwischen christlichem Fundamentalismus und Extremismus zu prüfen. Sie hat bereits Debatten unter den Betroffenen ausgelöst, die darin einen Angriff auf ihre Überzeugungen sehen. Die Antwort der Bundesregierung auf die Fragen steht noch aus.






