16 March 2026, 20:01

Glücksspiel in Deutschland: Warum Bremen strengere Altersgrenzen durchsetzt

Ein Plakat mit einem Wasserpfeifen, Marihuanablättern und einer Zigarette, mit Text über die Verbindung zwischen E-Zigarettengebrauch und anderen Tabakprodukten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Glücksspiel in Deutschland: Warum Bremen strengere Altersgrenzen durchsetzt

Deutschlands Glücksspielgesetze geraten erneut in die Kritik – Sorge um junge Erwachsene wächst

Während die meisten Bundesländer das Mindestalter für Glücksspiel bei 18 Jahren belassen, geht Bremen mit strengeren Regeln voran und hat es für physische Spielstätten auf 21 angehoben. Nun mehren sich die Forderungen nach einer bundesweiten Anpassung, um gefährdete Altersgruppen besser zu schützen.

Im Juli 2022 hatte die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ein einheitliches Mindestalter von 18 Jahren für Online-Glücksspiel in ganz Deutschland festgelegt. Die meisten Bundesländer – darunter Bremen für digitale Wetten – halten diese Regelung bis heute aufrecht. Doch aktuelle Studien zeigen, warum jüngere Spieler besonders gefährdet sind.

Laut der Glücksspielstudie 2025 haben 18- bis 25-Jährige ein erhöhtes Risiko, ein problematisches Spielverhalten zu entwickeln. Wissenschaftler führen dies auf die Gehirnentwicklung in der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter zurück: In dieser Phase ist das Belohnungssystem zwar voll aktiv, die Impulskontrolle jedoch noch nicht ausgereift – Faktoren, die die Anfälligkeit für Suchtverhalten verstärken.

Bremen ist hier bereits einen Schritt weitergegangen. 2022 erhöhte das Land das Mindestalter für den Zutritt zu Spielhallen und Wettbüros von 18 auf 21 Jahre. Im selben Jahr verdoppelten die Behörden zudem den vorgeschriebenen Abstand zwischen Spielstätten und anderen Einrichtungen von 250 auf 500 Meter. Ziel war es, den leichten Zugang einzuschränken und die Exposition jüngerer Bewohner zu verringern.

Nun treibt Innensenatorin Dr. Eva Högl eine umfassendere Reform voran. Im Rahmen der laufenden Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags setzt sie sich für eine bundesweite Anhebung des Mindestalters für Online-Glücksspiel von 18 auf 21 Jahre ein. Der Vorschlag entspricht Bremens bestehende Regelung für physische Spielstätten, würde aber strengere Kontrollen auch auf digitale Plattformen in allen Bundesländern ausweiten.

Die Debatte um Altersgrenzen beim Glücksspiel spiegelt die wachsende Erkenntnislage zu den Risiken für junge Erwachsene wider. Bremens verschärfte Vorschriften heben das Land bereits hervor – doch ein bundesweiter Wandel könnte folgen, falls die geplanten Änderungen am Glücksspielstaatsvertrag umgesetzt werden. Bis dahin bleibt es 18-Jährigen in den meisten Teilen Deutschlands weiterhin erlaubt, legal online zu spielen.

Quelle