Girl Scout veröffentlichen Debütalbum Brink – zwischen Pop und Grunge-Attitüde
Amelie KrausGirl Scout veröffentlichen Debütalbum Brink – zwischen Pop und Grunge-Attitüde
Die Girl Scout haben ihr Debütalbum Brink veröffentlicht – eine Platte, die Bubblegum-Pop mit harten Gitarrenklängen verbindet. Das schwedische Trio, bestehend aus Emma Jansson, Per Lindberg und Kevin Hamring, lernte sich während eines Jazzstudiums kennen, entdeckte aber schnell eine gemeinsame Leidenschaft für die Gitarrenmusik der 80er- und 90er-Jahre. Ihr Sound, den sie selbst als "Bubblegrunge" bezeichnen, vereint eingängige Melodien mit rauer Verzerrung.
Der Albumtitel Brink (dt. "am Rande") spiegelt die zentralen Themen wider: Unsicherheit und Übergang. Jansson beschreibt das Werk als Einfang jenes Gefühls, am Abgrund zu stehen, ohne zu wissen, was als Nächstes kommt. Diese Unruhe zieht sich durch Stücke wie "Ugly Things", das alltägliche Frustrationen in etwas Erträgliches verwandelt – vorausgesetzt, man hat die richtige Person an seiner Seite.
Für ein Debüt ist die Bandbreite des Albums beeindruckend. "Same Kids" erinnert an den glitzernden Teenager-Pop der 2010er-Jahre, unterlegt ihn aber mit verzerrtem Bass und roher Energie. "Operator" hingegen – eine skurrile Hommage an Telefonistinnen – zeigt ihre verspieltere Seite; Jansson nennt den Song scherzhaft "so ein blöder Song!"
Janssons Stimme wechselt mühelos zwischen tiefem Tenor, schwebendem Falsett und scharfem, bekenntnishaftem Vortrag. Auch ihre und Hamrings Erfahrungen als Expat-Kinder prägen den Ton des Albums und verleihen ihm eine zusätzliche Schicht aus Unrast im jungen Erwachsenenalter. Am überzeugendsten wirkt Brink, wenn es sich auf kleine, persönliche Momente konzentriert statt auf große Gesten.
Mit Brink beweisen Girl Scout, dass sie keine Angst vor Experimenten haben. Ihre Mischung aus Pop-Melodien und Grunge-Attitüde hebt sie von typischen Debütanten ab. Das Album schafft einen Klangraum, der zugleich nostalgisch und frisch wirkt – und neugierig macht, wohin die Reise als Nächstes geht.






