10 May 2026, 12:01

Felix Banaszak will Männer für feministische Debatten gewinnen – mit Pink und klarem Kurs

Plakat mit der Aufschrift "Toiletten sind genderneutral" betont die Geschlechtervielfalt in Toiletten.

Felix Banaszak will Männer für feministische Debatten gewinnen – mit Pink und klarem Kurs

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der deutschen Grünen, setzt sich für eine stärkere Förderung von Männerdiskursen über Geschlechterrollen ein. Seine jüngsten Besuche bei Initiativen wie Vaterwelten in Krefeld unterstreichen das wachsende Interesse an der Einbindung von Männern in feministische Debatten. Der Vorstoß fällt in eine Zeit, in der die politische Auseinandersetzung mit Männlichkeit vor den Europawahlen 2024 an Schärfe gewinnt.

Erstmals wandte sich Banaszak in diesem Jahr in einem Playboy-Interview direkt an junge Männer. Dort argumentierte er, dass starre Geschlechterklischees sowohl Männer als auch Frauen einschränken, und rief Männer dazu auf, feministische Ideen zu übernehmen. Sein eigenes, in Pink gestrichenes Büro symbolisiert seine Abkehr von traditionellen Männlichkeitsbildern – ein Schritt, den bereits vor zwei Jahrzehnten Torhüter Tim Wiese ohne größere Kritik wagte.

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Nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen Schauspieler Christian Ulmen wegen Übergriffen bezog Banaszak klarer Position gegen problematisches Männerverhalten – einschließlich des eigenen. Mittlerweile räumt er ein, dass sein Ansatz ausbalanciert sein muss: Konfrontation soll mit Wohlwollen einhergehen, um Männer wirksam zu erreichen.

Die Dringlichkeit des Themas zeigt sich auch an einer jüngsten Äußerung des AfD-Politikers Maximilian Krah, der jungen Männern, die Schwierigkeiten bei der Partnersuche hätten, riet, sie sollten „nach rechts“ tendieren. Dies passt in einen Trend: Bei der letzten Bundestagswahl stimmten junge Männer mehrheitlich für die AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien bevorzugten.

Banaszak fordert nun geschützte Räume innerhalb der Grünen, in denen Männer über Geschlechterrollen diskutieren können. Zudem betont er die Notwendigkeit besserer Förderung für Organisationen wie Vaterwelten, die Geburtsvorbereitungskurse für werdende Väter anbietet.

Banaszaks Engagement markiert einen Wandel in der politischen Auseinandersetzung mit Männlichkeit. Indem er Männer aktiv in Geschlechterdebatten einbindet, will er rechtsextremen Narrativen entgegenwirken und traditionelle Rollenbilder aufbrechen. Der neue Fokus der Grünen auf männliche Perspektiven könnte die Gleichstellungsdebatte in Deutschland nachhaltig prägen.

Quelle