Evangelische Kirche in Bayern verliert erstmals unter zwei Millionen Mitglieder
Ella HuberKirchenparlament Landessynode - Was steckt dahinter? - Evangelische Kirche in Bayern verliert erstmals unter zwei Millionen Mitglieder
Evangelische Kirche in Bayern steht vor tiefgreifenden Veränderungen
Zum ersten Mal ist die Zahl der Mitglieder der Evangelischen Kirche in Bayern unter zwei Millionen gesunken – eine Entwicklung, die tiefgreifende Reformen erfordert. Die neu gewählte Landessynode, das höchste Gremium der Kirche, muss nun angesichts sinkender Einnahmen und schrumpfender Mitgliederzahlen drastische Kürzungen angehen. Unter den 108 Abgeordneten sind 63 Neulinge, und erstmals stellen Frauen mit über der Hälfte der Sitze die Mehrheit.
Die Landessynode fungiert quasi als Parlament: Sie beschließt den Haushalt und wählt den Landesbischof. Von den 108 Mitgliedern wurden 89 durch lokale Kirchenvorstände bestimmt – darunter Geistliche und ehrenamtlich Engagierte. Die übrigen Plätze entfallen auf Jugenddelegierte, Theologieprofessoren und externe Fachleute aus verschiedenen Bereichen.
In diesem Jahr zeigt sich ein deutlicher Wandel: 63 der 89 gewählten Vertreter sind erstmals dabei. Frauen besetzen nun 56 Prozent der Sitze – ein Novum in der Repräsentation. Gleichzeitig haben prominente Persönlichkeiten wie Markus Söder und Markus Blume das Gremium verlassen.
Die finanziellen Probleme der Kirche verschärfen sich durch den anhaltenden Mitgliederschwund. Bis 2035 wird mit einem Rückgang um 40 Prozent gerechnet, was weitere Kürzungen bei Personal und Fördermitteln erzwingt. Als erste Maßnahme hat die Synode bereits beschlossen, die Zahl der Kirchenkreise zu verringern und sie zu größeren regionalen Gemeinden zusammenzulegen.
Die neue Synode steht nun vor der Herausforderung, die finanziellen und strukturellen Probleme zu bewältigen. Mit weniger Mitgliedern und geringeren Einnahmen muss sich die Kirche schnell anpassen. Die in den kommenden Monaten gefassten Beschlüsse werden ihre Zukunft für Jahrzehnte prägen.






