Energiekrise spitzt sich zu: Niedersachsen warnt vor Gas-Kollaps bis zum Winter 2026
Amelie KrausOlaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Energiekrise spitzt sich zu: Niedersachsen warnt vor Gas-Kollaps bis zum Winter 2026
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies warnt vor Verschärfung der Energiekrise in Deutschland
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat dringende Bedenken wegen der sich zuspitzenden Energiekrise in Deutschland geäußert. Angesichts stark sinkender Gasreserven und explodierender Spritpreise fordert er von Mineralölkonzernen und der Bundesregierung sofortige Maßnahmen, um die Versorgungssicherheit und die Kosten zu stabilisieren.
Die Gasspeicher in Deutschland sind laut Stand vom 20. Februar 2026 nur noch zu 20,7 % gefüllt – ein dramatischer Rückgang gegenüber 44 % im Vorjahreszeitraum und sogar unter dem Tiefstand des vergangenen Winters von etwa 23 % Ende März. Aktuell sinkt der Füllstand täglich um 0,7 bis 1 %, abhängig von der Wetterlage, sodass bald die kritische Marke von 20 % unterschritten werden könnte.
Lies kritisierte die erneute Debatte über Atomkraft als destabilisierend für das öffentliche Vertrauen und die Planungsicherheit der Industrie. Stattdessen pocht er auf einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der heimischen Gasförderung, insbesondere in der Nordsee, um die Abhängigkeit von unsicheren Importen zu verringern.
Um die zukünftige Versorgung zu sichern, setzt sich der Ministerpräsident für den Bau eines dritten Flüssigerdgas-Terminals (LNG) in Wilhelmshaven ein. Zunächst soll dort herkömmliches Erdgas umgeschlagen werden, langfristig ist jedoch der Umstieg auf klimaneutrale Alternativen geplant. Die Diversifizierung der Bezugsquellen durch LNG – neben erhöhten Lieferungen aus Norwegen und den Niederlanden – bleibt eine zentrale Priorität.
Angesichts der stark gestiegenen Spritpreise forderte Lies die Mineralölkonzerne zum Handeln auf und schlug vor, staatliche Ölreserven freizugeben, um die Preise zu entlasten. Er räumte ein, dass die wachsende Unzufriedenheit der Verbraucher an den Tankstellen verständlich sei, und warnte, dass ein möglicher Konflikt mit dem Iran die Energiemärkte weiter destabilisieren könnte.
Lies drängte die Bundesregierung, alle verfügbaren Optionen zur Krisenbewältigung zu prüfen. Mit dem nahenden Winter und steigenden Beschaffungskosten betonte er die Notwendigkeit schneller und abgestimmter Maßnahmen, um schwerwiegendere Engpässe zu vermeiden.
Die deutschen Gasreserven sind auf einem kritischen Tiefstand, da der tägliche Verbrauch die Nachfüllung übersteigt. Lies' Vorschläge – Ausbau der LNG-Kapazitäten, Steigerung der inländischen Förderung und Diversifizierung der Importe – zielen darauf ab, die Versorgung vor dem Winter zu stabilisieren. Nun stehen Regierung und Energieunternehmen unter Zugzwang, bevor sich die Lage weiter verschärft.






