12 April 2026, 04:01

Drei Faktoren entscheiden: Warum Frauen in manchen Branchen häufiger arbeiten als in anderen

Eine Liniendiagramm, das die Anzahl der Zuschüsse nach Geschlechterlücke über die Zeit zeigt, begleitet von erklärendem Text.

Drei Faktoren entscheiden: Warum Frauen in manchen Branchen häufiger arbeiten als in anderen

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln) hat zentrale Faktoren identifiziert, die die Beschäftigungsquote von Frauen in verschiedenen Branchen beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass höhere Löhne, flexible Arbeitsmodelle und weibliche Führungskräfte eine entscheidende Rolle dabei spielen, Frauen für den Arbeitsmarkt zu gewinnen und langfristig zu binden. Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung über weitreichende Steuer- und Versicherungsreformen diskutiert, die besonders berufstätige Paare betreffen.

Die Untersuchung benennt drei Haupttreiber für die Unterschiede bei der Frauenerwerbstätigkeit: Branchen mit einem höheren Anteil an Frauen in Führungspositionen verzeichnen insgesamt mehr weibliche Beschäftigte. Zudem ziehen Sektoren, die bessere Bezahlung und Zusatzleistungen wie Boni bieten, deutlich mehr Frauen an. Die Studie stellt außerdem fest, dass Teilzeitarbeit unter Frauen nach wie vor weit verbreitet ist – vor allem wegen Betreuungspflichten für Kinder.

Laut dem Modell des IW Köln erklären diese drei Faktoren mehr als 90 Prozent der Unterschiede in den Beschäftigungsquoten von Frauen zwischen den Branchen. In Betrieben, in denen Frauen Spitzenpositionen besetzen, steigen die Karrierechancen für Mitarbeiterinnen, und die Fluktuation sinkt.

Um die anhaltenden Ungleichheiten zu verringern, empfehlen die Ökonomen einen Ausbau der Kinderbetreuung und die Einführung flexiblerer Arbeitszeiten. Zudem sollten Unternehmen Frauen klarere Aufstiegsperspektiven bieten. Studienautor Claus Michelsen unterstützt politische Reformen, die Hürden abbauen und eine breitere Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt fördern.

Die Veröffentlichung der Studie fällt zusammen mit Regierungsberatungen über die Abschaffung der gemeinsamen Steuerveranlagung für Ehepaare. Gleichzeitig wird erwogen, die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern in der Kranken- und Pflegeversicherung zu streichen.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen konkrete Maßnahmen auf, die die Frauenerwerbstätigkeit stärken könnten: ein besserer Zugang zu Kinderbetreuung, flexiblere Arbeitszeiten und transparente Karrierewege. Gleichzeitig könnten die geplanten Steuer- und Versicherungsreformen die Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen in Deutschland weiter prägen.

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