Digitales Grenzkontrollsystem EES startet im Schengen-Raum und revolutioniert Einreisen
Amelie LangDigitales Grenzkontrollsystem EES startet im Schengen-Raum und revolutioniert Einreisen
Neues digitales Grenzkontrollsystem im Schengen-Raum eingeführt
Im gesamten Schengen-Raum ist nun ein neues digitales Grenzkontrollsystem in Kraft getreten. Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) ersetzt die bisherige Praxis, Pässe von Reisenden aus Drittstaaten manuell abzustempeln. Die Behörden versprechen sich davon schnellere und sicherere Grenzkontrollen.
Das EES erfasst in Echtzeit die Bewegungen von Drittstaatsangehörigen. Es speichert biometrische Daten wie Gesichtsbilder und Fingerabdrücke sowie Passinformationen. Diese Daten werden in einer zentralen EU-Datenbank hinterlegt, was die Identitätsprüfung beschleunigt.
Ziel des Systems ist es, Identitätsbetrug zu erschweren und Besucher zu überwachen, die länger als erlaubt im Schengen-Raum bleiben. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte, dass das EES die Überwachung des Flugverkehrs stärkt und gleichzeitig die Kontrollen an den Landgrenzen verschärft. Es trage so zur Sicherheit bei, ohne die offenen Binnengrenzen des Schengen-Raums zu gefährden.
Alleine die Flughäfen Nürnberg und Memmingen verzeichnen jährlich über drei Millionen Ein- und Ausreisen in den Schengen-Raum. 2025 verzeichnete der Flughafen Nürnberg mit rund 4,5 Millionen Passagieren einen Rekord. Wie viele davon im Jahr 2023 Drittstaatsangehörige waren, ist jedoch nicht genau erfasst.
Das EES ist nun betriebsbereit und markiert den Übergang von papierbasierten Kontrollen zu digitaler Erfassung. Es unterstützt die grenzenlose Reisefreiheit im Schengen-Raum, indem es die Außengrenzen strenger überwacht. Sein Erfolg wird davon abhängen, ob es die großen Reiseströme effizient bewältigen kann.