07 June 2026, 14:00

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – jetzt drohen Konsequenzen aus Brüssel

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – jetzt drohen Konsequenzen aus Brüssel

Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung neuer Gesetze zur Gehalts transparenz verpasst. Die Regelungen, die die geschlechtsspezifische Lohnlücke schließen sollen, hätten eigentlich bis Montag, den 10. Juni 2026, in Kraft treten müssen. Durch die Verzögerung riskiert das Land nun rechtliche Schritte seitens Brüssel.

Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz war zwar bereits 2023 beschlossen worden, doch die damalige deutsche Koalitionsregierung enthielt sich bei der Abstimmung. Das Gesetz würde Arbeitgeber verpflichten, in Stellenausschreibungen die Einstiegsgehälter offenzulegen und Fragen zu früheren Verdiensten zu verbieten. Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten müssten zudem regelmäßig über ihre geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede berichten.

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Nach den neuen Vorschriften könnten Beschäftigte Daten zu den durchschnittlichen Gehältern für vergleichbare Positionen anfordern – aufgeschlüsselt nach Geschlecht. Damit soll die anhaltende Lohnungleichheit bekämpft werden. Laut Eurostat-Zahlen von 2024 verdienen Frauen in Deutschland 15,6 % weniger pro Stunde als Männer – ein höherer Wert als der EU-Durchschnitt von 11,1 %.

Deutschland drohen nun mögliche Vertragsverletzungsverfahren der Europäischen Kommission. Eine vollständige Umsetzung der Richtlinie wird frühestens 2027 erwartet, was eine Lücke in der Durchsetzung hinterlässt. Die verpasste Frist bedeutet, dass Deutschland weiterhin hinter den EU-Anforderungen an Lohntransparenz zurückbleibt. Ohne die neuen Gesetze fehlt Arbeitnehmern der Zugang zu wichtigen Gehaltsinformationen, und Arbeitgeber kommen ihren Meldepflichten nicht nach. Die Europäische Kommission könnte nun formelle Schritte einleiten, um die Einhaltung der Vorschriften durchzusetzen.

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