Deutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren – auch mit Eltern
Amelie KrausDeutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren – auch mit Eltern
Deutschland will seine Alkoholgesetze für Minderjährige verschärfen – ein neuer Gesetzentwurf sieht strenge Regeln vor. Die geplanten Änderungen würden eine Ausnahme streichen, die es 14- und 15-Jährigen bisher erlaubt, Bier, Wein oder Sekt in Begleitung ihrer Eltern zu trinken. Bundesfamilienministerin Karin Prien treibt die Reform als Teil einer umfassenden Strategie gegen Jugendsucht voran.
Die Novelle des Jugendschutzgesetzes ist Teil eines größeren Reformpakets, das auch die Kinder- und Jugendhilfe modernisieren soll. Im Entwurf heißt es, strengere Vorschriften seien notwendig, um der wachsenden Suchtproblematik unter jungen Menschen entgegenzuwirken. Besonders im Fokus stehen präventive Maßnahmen gegen "Alltagssüchte", die immer mehr Jugendliche betreffen.
Bisher dürfen 14- und 15-Jährige in Deutschland bestimmte alkoholisierte Getränke konsumieren, sofern ein Elternteil oder eine erziehungsberechtigte Person anwesend ist. Der neue Vorschlag würde diese Regelung komplett abschaffen. Die Haltung des Ministeriums deckt sich mit aktuellen Debatten in Europa, wo Länder wie Belgien bereits die Werbung für Alkohol mit Fokus auf Jugendliche eingeschränkt haben.
Der Gesetzentwurf befindet sich derzeit in der Anhörung mit Beteiligten, darunter Sozialverbände und Rechtsexperten. Bei Zustimmung könnte der Bundestag das Gesetz noch bis Jahresende verabschieden. Die Initiative folgt jahrelangen Diskussionen, darunter Kampagnen wie Kinder ohne Alkohol und Nikotin, die sich für eine Anhebung des gesetzlichen Mindestalters auf 18 oder sogar 21 Jahre einsetzen.
Die Reform würde einen deutlichen Kurswechsel in der deutschen Politik zum Jugendalkohol darstellen. Durch die Streichung der elterlichen Aufsicht als rechtliche Grauzone will die Regierung den frühen Kontakt mit Alkohol verringern. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Abgeordneten, bevor die geplante Abstimmung noch in diesem Jahr stattfindet.






