Deutsche Bahn zahlt 2025 deutlich weniger Entschädigungen trotz mehr Anträgen
Amelie LangSo viel Entschädigung zahlte die Bahn den Fahrgästen im Jahr 2025 - Deutsche Bahn zahlt 2025 deutlich weniger Entschädigungen trotz mehr Anträgen
Die Deutsche Bahn hat 2025 deutlich weniger Entschädigungen für Zugverspätungen und -ausfälle gezahlt als im Vorjahr. Die Gesamtausgaben sanken auf knapp 156 Millionen Euro – ein Rückgang gegenüber den fast 197 Millionen Euro im Jahr 2024. Gleichzeitig stieg die Zahl der eingereichten Anträge stark an und erreichte etwa 6,2 Millionen.
Fahrgäste haben Anspruch auf eine Erstattung von 25 Prozent bei Verspätungen von mindestens 60 Minuten auf einer einfachen Fahrt. Bei mehr als 120 Minuten Verzögerung erhalten sie 50 Prozent zurück. Diese Regelungen führten zu einem deutlichen Anstieg der Anträge, was vor allem auf anhaltende Pünktlichkeitsprobleme – insbesondere im Fernverkehr – zurückzuführen ist.
Im Februar erreichten nur 59,4 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich, während 40 Prozent mindestens sechs Minuten Verspätung hatten. Die sogenannte "Fahrgastpünktlichkeit" im Fernverkehr lag zuletzt bei lediglich 65,3 Prozent. Zwar gab es 2025 weniger Streiks als im Vorjahr, doch Infrastrukturprobleme und Baustellen sorgten weiterhin für Verzögerungen.
Der Anstieg der Anträge ging mit einer schnelleren Bearbeitung einher. Mittlerweile werden rund 76 Prozent aller Entschädigungsanträge digital eingereicht, und die Hälfte davon wird innerhalb von zwei Tagen abgewickelt. Allerdings wurden keine detaillierten Zahlen veröffentlicht, die die Auszahlungen pro verspäteter oder ausgefallener Verbindung zwischen 2024 und 2025 vergleichen.
Trotz der höheren Anzahl an Anträgen sank die Gesamtentschädigungssumme. Weniger große Störungen im Jahr 2025 trugen zu diesem Rückgang bei, doch die anhaltenden Pünktlichkeitsprobleme bleiben ein Problem. Fahrgäste müssen weiterhin mit Verspätungen rechnen, während die digitale Antragsabwicklung die Erstattungen beschleunigt.