16 March 2026, 10:01

Derby-Alarm: Hannover 96 gegen Braunschweig stellt Polizei und Fangruppen auf die Probe

Ein Fussballspiel im Gange mit Spielern in Sportkleidung und Helmen auf dem Feld, Zuschauern, Gelöndern und Tafeln mit Text im Hintergrund.

Inneres: Ultras haben ein Problem in den eigenen Reihen - Derby-Alarm: Hannover 96 gegen Braunschweig stellt Polizei und Fangruppen auf die Probe

Das anstehende Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig rückt die Stadionsecurity in den Fokus. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens fordert strengere Maßnahmen und stellt gleichzeitig die langfristige Tragfähigkeit des massiven Polizeieinsatzes infrage. Gleichzeitig ruft sie Fangruppen auf, selbst Verantwortung zu übernehmen und Gewalt in den eigenen Reihen einzudämmen.

In den vergangenen fünf Jahren hat die Polizei in Niedersachsen die Sicherheitsvorkehrungen bei diesem Duell deutlich verschärft. Dazu gehörten verstärkte Personenkontrollen, Trenngitter zwischen den Fanblöcken, erweiterte Videoüberwachung, Drohneneinsätze sowie Verbote für riskante Pyrotechnik. Diese Schritte folgten auf gewalttätige Auseinandersetzungen im Oktober 2022, als Ausschreitungen das Spiel in Hannover überschatteten.

Behrens betont, dass Gewalt in der Fankultur keinen Platz habe. Sie erwartet von den Ultra-Gruppen, dass sie gewaltbereite Anhänger in den eigenen Reihen konsequent ansprechen. Sollten diese Maßnahmen ausbleiben, droht sie mit politischen und sportrechtlichen Konsequenzen durch Verbände und Behörden.

Kritik übt die Ministerin auch an dem enormen Polizeiaufgebot, das für Fußballspiele erforderlich ist. Bis zu 2.000 Beamte für ein einziges Spiel einzusetzen, sei auf Dauer nicht vertretbar, argumentiert sie – besonders im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen wie dem Maschseefest. Ihre Forderung nach schärferen Kontrollen stößt jedoch bei manchen Fans auf Widerstand, die in ihr eher eine Gegnerin als eine Verbündete sehen.

Beim Freitagsspiel in der Landeshauptstadt – Anpfiff ist um 18:30 Uhr – wiederholt Behrens ihr Ziel: Die Polizei soll im Stadion selbst möglichst unsichtbar bleiben, während Ordner und die Zusammenarbeit mit den Fans die Sicherheit gewährleisten.

Die Partie wird zeigen, ob die Fangruppen in der Lage sind, sich selbst zu regulieren und gewalttätige Vorfälle zu reduzieren. Behrens hat klare Erwartungen formuliert, doch das Ergebnis wird entscheiden, ob weitere politische Eingriffe oder Maßnahmen des Fußballverbandes nötig werden. Die Sicherheitsvorkehrungen bleiben unter genauer Beobachtung, während die Verantwortlichen nach einem Gleichgewicht zwischen Schutz und Nachhaltigkeit suchen.

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