Condors Schicksal hängt an einem Faden: Die 550-Millionen-Krise bis 2026
Amelie KrausCondors Schicksal hängt an einem Faden: Die 550-Millionen-Krise bis 2026
Condors finanzielle Zukunft steht am 30. September 2026 auf dem Spiel. Die Fluggesellschaft, einst Teil der zusammengebrochenen Thomas-Cook-Gruppe, sieht sich nun mit einer Abrechnung konfrontiert – mit der deutschen Regierung, ihrem Investor und einer belasteten Vergangenheit. Ein komplexes Geflecht aus Krediten, gescheiterten Deals und Umstrukturierungsversuchen lässt ihr Schicksal ungewiss erscheinen.
Die Probleme der Airline begannen 2019, als ihre liquiden Mittel in einem gemeinsamen Liquiditätspool der insolventen Thomas Cook verschwanden. Ohne finanzielle Mittel gestrandet, erhielt Condor ein Notdarlehen in Höhe von 550 Millionen Euro von der staatseigenen deutschen Förderbank KfW.
Der Kredit wurde später im Rahmen eines Abkommens mit dem britischen Finanzinvestor Attestor umstrukturiert. Der Plan war klar: Attestor sollte Condor übernehmen, die Finanzen stabilisieren und die Airline später mit Gewinn weiterverkaufen. Eine Earn-out-Klausel sah vor, den Investor zu belohnen, falls sich die Fluggesellschaft erholte. Doch das Vorhaben geriet früh ins Stocken, als die polnische Staatsholding PGL – Mutterkonzern der Fluggesellschaft LOT – 2020 überraschend von einer geplanten Übernahme zurücktrat und die COVID-19-Pandemie als Begründung anführte.
Jahre später ist Attestor zwar immer noch Eigentümer von Condor, doch ein Verkauf – wie ursprünglich vorgesehen – steht weiterhin aus. Die Struktur des Kredits, aufgeteilt in senior- und nachrangige Tranchen, erschwert die Lage zusätzlich. Ein weiteres Hindernis bleibt Attestors Sitz in Großbritannien, der strukturelle Herausforderungen bei der Führung einer deutschen Airline im Rahmen eines staatlich gestützten Rettungspakets mit sich bringt.
Mit dem nahenden Stichtag 2026 muss Condor nun seine finanziellen Verpflichtungen gegenüber der KfW und dem Investor klären. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Fluggesellschaft ihre turbulente Vergangenheit endlich hinter sich lassen kann – oder in eine weitere Krise schlidert. Die deutsche Regierung, Attestor und Condor selbst haben nun weniger als zwei Jahre Zeit, um eine Lösung zu finden.






