08 April 2026, 00:06

Bühnenbauer bei 36 Stage XL kämpfen gegen Lohnausfälle und prekäre Verträge

Plakat mit Fotos von Cantus Collin und Konrad Junghänel, das Ereignisdetails im Text enthält.

Bühnenbauer bei 36 Stage XL kämpfen gegen Lohnausfälle und prekäre Verträge

Beschäftigte des Berliner Bühnenbauunternehmens 36 Stage XL kämpfen gegen prekäre Arbeitsbedingungen

Mitarbeiter:innen von 36 Stage XL, einem Berliner Unternehmen, das auf den Bühnenbau für große Künstler spezialisiert ist, haben sich gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse zur Wehr gesetzt. Arbeiter wie Vojta C. und German Garcia sahen sich mit unbezahlten Löhnen, unsicheren Verträgen und mangelnden Sicherheitsstandards konfrontiert. Als Reaktion gründeten sie eine Betriebsgruppe mit Unterstützung der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAU, um Veränderungen durchzusetzen.

36 Stage XL plant und baut Bühnen für internationale Stars wie Metallica, Tame Impala oder Lady Gaga – etwa in der Uber Arena oder der Waldbühne. Doch trotz der Zusammenarbeit mit Weltstars berichten die Beschäftigten von harten Arbeitsbedingungen. Vojta C., ein Bühnenarbeiter, war zunächst in einem Minijob beschäftigt, erhielt aber kaum noch Aufträge, nachdem er auf ausstehende Löhne hingewiesen hatte. German Garcia arbeitete auf Basis eines befristeten Vertrages ohne garantierte Schichten oder festes Einkommen.

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Beide hatten zudem Schwierigkeiten, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu erhalten. Angesichts der Unsicherheit organisierten sich die Mitarbeiter:innen mit der FAU, einer basisdemokratischen Gewerkschaft. Die Gruppe forderte bessere Verträge, faire Löhne und verbesserte Arbeitsschutzmaßnahmen. Die FAU ließ sogar eine rechtliche Prüfung durchführen, um zu klären, ob die Beschäftigungspraktiken des Unternehmens gegen deutsches Arbeitsrecht verstoßen.

Die Veranstaltungsbranche ist für ihre prekären Arbeitsverhältnisse bekannt: Körperlich belastende Tätigkeiten, kaum feste Anstellungen und unzureichende Sicherheitsvorkehrungen prägen den Alltag vieler Beschäftigter. Um Kolleg:innen zu unterstützen, startete die FAU-Initiative Stage Workers United eine Website mit Informationen zu Arbeitsrechten, Arbeitssicherheit und dem Umgang mit Konflikten am Arbeitsplatz.

Trotz der anhaltenden Herausforderungen in der Branche wertet die FAU die Organisierungsbemühungen als Erfolg. Die Beschäftigten von 36 Stage XL setzen sich weiterhin für fairere Bedingungen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben ein. Die Kampagne steht exemplarisch für den breiten Kampf um stabile und sichere Arbeitsverhältnisse in der Event- und Bühnenbranche.

Quelle