Bremen kämpft mit dramatischer Verschlechterung bei Schwangerschaftsabbrüchen
Amelie LangBremen kämpft mit dramatischer Verschlechterung bei Schwangerschaftsabbrüchen
Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Bremen hat sich verschlechtert
In den vergangenen Wochen hat sich die Versorgung mit Schwangerschaftsabbrüchen in Bremen weiter verschärft – viele Frauen kämpfen darum, rechtzeitig eine Behandlung zu erhalten. Die Landesbeauftragte für Frauen, Bettina Wilhelm, fordert nun dringend Reformen, um die wachsende Krise zu bewältigen.
Staatliche Krankenhäuser kommen ihren Verpflichtungen nicht nach, während Personalmangel in wichtigen Kliniken zu langen Wartezeiten für Termine führt. Die Situation hat Forderungen nach gesetzlichen Änderungen und einer besseren Datenerfassung laut werden lassen, um den Zugang zu verbessern.
Das Medizinische Zentrum von pro familia, ein großer Anbieter in Bremen, leidet unter massivem Personalmangel. Dadurch erleben Frauen, die einen Abbruch wünschen, monatelange Wartezeiten, was ihre Belastung zusätzlich erhöht. Auch die Geno-Kliniken, ein weiterer zentraler Akteur, haben ihre Leistungen drastisch reduziert und bieten Abbrüche nun nur noch bis zur 12. Schwangerschaftswoche an.
Als Reaktion darauf hat die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz diese Woche medizinische Schulungen organisiert, um die Zahl der Fachkräfte zu erhöhen, die medikamentöse Abbrüche durchführen dürfen. Derzeit werden in Bremen nur 17 % der Abbrüche auf diese Weise vorgenommen – ein Anteil, den das Zentrum für Reproduktive Rechte (ZGF) deutlich steigern möchte.
Bettina Wilhelm schlägt Änderungen am Bremischen Schwangerschaftskonfliktgesetz vor, um klarere Pflichten für Krankenhäuser festzulegen, Schwangerschaftsabbrüche anzubieten. Zudem setzt sie sich für die Abschaffung von Paragraf 218 des Strafgesetzbuchs ein, der ihrer Meinung nach Frauen mit ungewollten Schwangerschaften ungerechtfertigt kriminalisiert. Darüber hinaus fordert sie eine bessere Datenerhebung, um den Bedarf nach Standort und Methode zu erfassen und Ressourcen gezielt einzusetzen.
Trotz der Dringlichkeit liegen für 2023 noch keine offiziellen Statistiken der Bremer Gesundheitsbehörden oder des Statistischen Bundesamts (Destatis) vor. Vorhandene Berichte konzentrieren sich stattdessen auf rechtliche Debatten und allgemeine Trends, sodass Lücken im Verständnis der aktuellen Lage bleiben.
Die Kombination aus Personalmangel, eingeschränkten Klinikleistungen und rechtlichen Hürden hat eine kritische Versorgungslücke bei Schwangerschaftsabbrüchen in Bremen geschaffen. Wilhelms Reformvorschläge zielen darauf ab, die Verpflichtungen der Krankenhäuser zu stärken, die Ausbildung für medikamentöse Abbrüche auszuweiten und die Datenerfassung zu verbessern. Ohne diese Änderungen werden Frauen in Not weiterhin unnötige Verzögerungen und Härten erleben.