18 March 2026, 08:01

500-Milliarden-Fonds: Wie die Regierung Klimagelder für Wahlgeschenke zweckentfremdet

Deutsches Auslandsdarlehen-Zertifikat aus dem Jahr 1924 mit einem Porträt einer Frau, bedrucktem Text und numerischen Nennwertmarkierungen.

Grüne werfen Union und SPD vor, Versprechen zur Verfassungsänderung für Sondervermögen zu brechen - 500-Milliarden-Fonds: Wie die Regierung Klimagelder für Wahlgeschenke zweckentfremdet

Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das für Klimaschutz, Infrastruktur und Bildung vorgesehen war, steht im Mittelpunkt eines politischen Streits. Kritiker werfen der Regierung vor, die Gelder für kurzfristige Wahlgeschenke statt für langfristige Investitionen zu verschwenden. Die Grünen, die bei der Verabschiedung der verfassungsrechtlichen Grundlagen des Fonds mitgewirkt hatten, werfen nun CDU/CSU und SPD vor, ihre Zusagen zu brechen.

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Ursprünglich war der Fonds in drei Teile aufgeteilt: 100 Milliarden Euro für Länder und Kommunen, 100 Milliarden für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) sowie 300 Milliarden für Bundesprojekte. Die Grünen hatten auf strenge Regeln gedrängt und mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag durchgesetzt, dass die Mittel ausschließlich für zusätzliche Investitionen – nicht für reguläre Haushaltsposten – verwendet werden dürfen.

Doch laut dem ifo Institut flossen 95 Prozent der 24,3 Milliarden Euro, die 2025 aus dem Fonds aufgenommen wurden, in nicht-investive Ausgaben. Der Wirtschaftsprofessor Lars Feld kritisierte, SPD und CDU hätten die Gelder in Sozialprogramme und vorzeitige Wahlgeschenke umgelenkt. FDP-Chef Christian Dürr forderte Bundeskanzler Friedrich Merz auf, den Kurs zu ändern, und verlangte stattdessen Schuldenabbau und strukturelle Reformen.

Die Grünen werfen Merz und dem SPD-Co-Vorsitzenden Lars Klingbeil vor, den Fonds für particularistische Sonderwünsche zu verschwenden. Sie argumentieren, Merz – der einst Reformen ohne neue Schulden versprochen habe – verschulde sich nun, ohne weder Reformen noch Investitionen vorzuweisen.

Der Streit offenbart eine Kluft zwischen dem ursprünglichen Zweck des Fonds und seiner aktuellen Verwendung. Da der Großteil der 2025 aufgenommenen Mittel in nicht-investive Bereiche fließt, wächst der Druck auf die Regierung, die Ausgaben wieder an den eigentlichen Zielen des Fonds auszurichten. Die Warnungen der Grünen und die Erkenntnisse des ifo Instituts deuten darauf hin, dass das Thema in den Haushaltsdebatten weiter für Zündstoff sorgen wird.

Quelle