50 Jahre später: Tourist gibt gestohlenen Hofbräuhaus-Krug zurück – doch es ist wohl ein Fake
Amelie Kraus50 Jahre später: Tourist gibt gestohlenen Hofbräuhaus-Krug zurück – doch es ist wohl ein Fake
Ein englischsprachiger Tourist hat fast 50 Jahre nach dem Vorfall einen Bierkrug an Münchens berühmtes Hofbräuhaus zurückgegeben. Der Mann, der einräumte, den Krug damals versehentlich mitgenommen zu haben, schickte zudem 20 Euro als Entschädigung mit. Doch vermutlich handelt es sich bei dem zurückgegebenen Krug nicht um das Original aus dem Jahr 1976.
Der Vorfall reicht bis ins Jahr 1976 zurück, als der Tourist den Krug aus dem Hofbräuhaus entwendete. Jahrzehnte später entschied er sich zur Rückgabe – doch das Wirtshaus vermutet, dass es sich um einen Ersatz handeln könnte. Da die Bierhalle gestohlene Krüge nicht erfasst, gestaltet sich eine Überprüfung schwierig.
Solche Rückgaben sind kein Einzelfall. So schickte 2020 eine US-Amerikanerin namens Celeste Sweeney einen gestohlenen Krug nach 55 Jahren zurück. Etwa drei- bis viermal jährlich erreicht das Hofbräuhaus ähnliche Briefe mit Geld oder zurückgesandten Krügen.
In den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) wurden rund 1.200 entwendete Krüge zurückgegeben oder entschädigt – vor allem aus Deutschland, insbesondere Bayern, und den USA. Die 20 Euro des jüngsten Touristen fließen in die Initiative Bunte Münchner Kindl, die bedürftige Kinder unterstützt. Ein vergleichbarer Krug kostet heute 19,95 Euro.
Wie bei anderen Wiedergutmachungszahlungen wird auch diese Spende an die Hilfsaktion gehen. Zwar dürfte der zurückgegebene Krug nicht das Original sein, doch die Geste reiht sich in eine lange Tradition ähnlicher Fälle ein. Das Hofbräuhaus erhält nach wie vor gelegentlich Rückgaben – oft Jahrzehnte, nachdem die Gegenstände mitgenommen wurden.